Die Kunst liegt im Wiederholbaren.

So, wie jeder Fußballfan der bessere Bundestrainer ist, sind auch viele Bühnendarsteller der Überzeugung, einen sehr guten Regisseur abzugeben. Also habe auch ich mich auf den Weg gemacht, mich in diesem Berufsfeld zu erproben. Der Weg war aufreibend, erschöpfend, zerreißend – und sehr erfüllend.

Zwischen 1992 und 2014 sind rund hundert Inszenierungen entstanden, die meisten davon mit Laiendarstellern und „theaterfernen“ Menschen.
Arbeitslose, Strafgefangene, Senioren, Migranten, Gymnasiasten, Förderschüler, Flüchtlingskinder, körperlich und geistig eingeschränkte Menschen, Jugendliche aus Kinderheimen, Musikstudenten, Technikstudenten, Juden, Christen, Moslems, Atheisten, Türken und Kurden, Israeli und Palästinenser, Albaner, Kongolesen, Russen, Polen, Slowaken – viele Menschen habe ich bei dieser Arbeit kennen gelernt. Und fast allen wurde das gemeinsame Bühnenerlebnis zum lebenslangen Virus.

Natürlich gab es in einer Zeit, in der der berufliche Ehrgeiz es wollte, auch große Musiktheaterinszenierungen: „Dido und Aeneas“, „Bastien und Bastienne“, „Carmen“, „La Boheme“, „Vetter aus Dingsda“, „Der Mann von La Mancha“. Daneben zahlreiche Bühnenrevuen und Shows. Aber auch gekürzte Fassungen von „Die Zauberflöte“, „Orpheus und Eurydike“, „La Cenerentola“ sowie „Undine“. Mehrere Weihnachtsmärchen. Sogar „Der Kontrabass“ von Patrick Süßkind.
Dominant aber sind die Jugendstücke geblieben. Und das aus – für mich – überzeugenden Gründen.

Als Regisseur habe ich einen absoluten Lieblingsautor: Lutz Hübner. Seine Stücke eröffnen brandaktuelle Spielwelten, leben von einem grundmusikalischen Rhythmus und überraschen mit ungeahnten Wendungen. Einen Hübner inszenieren zu dürfen ist ein Glücksfall.



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